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Effektive Unterstützung : Gesundheitsmanagements durch Workforce Management

Das betriebliche Gesundheitsmanagement (BGM) gewinnt in Unternehmen weltweit zunehmend an Bedeutung. Arbeitgeber erkennen immer mehr den Wert einer gesunden und engagierten Belegschaft für den Unternehmenserfolg. Eine wirksame Methode, um das BGM zu unterstützen und optimale Ergebnisse zu erzielen, ist der Einsatz von Workforce Management.

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Gesundheit
Foto: ©AdobeStock/Parradee

Gesundheitsmanagement ist mehr als eine „gesunde“ Arbeitsumgebung

Das BGM ist ein umfassender Ansatz, der darauf abzielt, die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit sowie den Erfolg des Unternehmens und aller Beschäftigten durch die systematische, zielorientierte und kontinuierliche Steuerung aller betrieblichen Prozesse zu erhalten und zu fördern.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat das BGM als eine wichtige Maßnahme zur Förderung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeitenden anerkannt. Die WHO betont die Bedeutung einer ganzheitlichen Herangehensweise an das BGM, die sowohl die physische als auch die psychische Gesundheit und das Wohlbefinden der Mitarbeitenden berücksichtigt.

So sind die wesentlichen Bausteine des BGM die betriebliche Gesundheitsförderung, der Arbeitsschutz sowie das betriebliche Eingliederungsmanagement.

Das BGM wird von der WHO als systematischer Ansatz zur Verbesserung der Gesundheit und des Wohlbefindens der Mitarbeitenden und zur Schaffung einer gesunden Arbeitsumgebung definiert. Es umfasst eine Vielzahl von Maßnahmen, die sich auf die Bedürfnisse und Herausforderungen der Mitarbeitenden und des Arbeitsumfelds beziehen. Dazu zählen Gesundheitsförderung und Prävention von Gesundheitsrisiken am Arbeitsplatz, die Organisation von Arbeitsabläufen und bedingungen, um Belastungen zu reduzieren, sowie die Förderung von Work-Life-Balance und flexiblen Arbeitsbedingungen, aber auch Führungskräfteschulungen, um eine unterstützende Führungskultur zu fördern, sowie die Integration von Gesundheit und Sicherheit in die Unternehmenskultur und -strategie.

Die WHO betont auch die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen Arbeitgebern, Mitarbeitenden und Gesundheitsexpertinnen und -experten bei der Umsetzung eines erfolgreichen BGM. Ein solches ganzheitliches Konzept kann dazu beitragen, das Risiko von Gesundheitsproblemen und arbeitsbedingten Krankheiten zu reduzieren, die Arbeitszufriedenheit und das Engagement der Mitarbeitenden zu erhöhen und die Produktivität und Effizienz am Arbeitsplatz zu verbessern.

Vorbeugung statt Heilung: die Bedeutung präventiver Maßnahmen im Gesundheitsmanagement

Ein gut implementiertes betriebliches BGM ermöglicht Unternehmen, langfristig von gesünderen, motivierten und produktiveren Mitarbeitenden zu profitieren. Gleichzeitig kann durch die Prävention von Gesundheitsproblemen auch eine Reduzierung von Kosten durch Krankheitstage, Fluktuation oder Ausfallzeiten erzielt werden. Es ist daher von großer Bedeutung, dass Unternehmen das Gesundheitsmanagement als langfristige Investition in die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie in den Unternehmenserfolg betrachten.

Dies stärkt zudem die Mitarbeiterbindung: Ein Unternehmen, das sich um die Gesundheit und das Wohlbefinden seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmert, trägt dazu bei, dass diese sich mit dem Unternehmen identifizieren und sich stärker an das Unternehmen binden.

Dazu zählen auch folgende Aspekte:

  • ein ausgewogenes Verhältnis von Arbeit und Freizeit,
  • eine Unternehmenskultur, die eine offene Kommunikation, gegenseitiges Verständnis und gegenseitige Unterstützung zwischen Mitarbeitenden und Vorgesetzten fördert, um das Arbeitsumfeld zu verbessern,
  • die Reduktion von Arbeitsdruck durch das Setzen von realistischen Arbeitszielen und realistischen Fristen,
  • die Förderung der Zusammenarbeit und das Teilen von Verantwortlichkeiten, um die Arbeitsbelastung zu reduzieren und eine effektive Arbeitsumgebung zu schaffen,
  • und die Förderung der persönlichen Entwicklung und des Wachstums der Mitarbeitenden durch kontinuierliche Schulungen, Coaching und Mentoring, um ihre Fähigkeiten zu stärken und ihre Leistung zu verbessern.

Durch das BGM können Unternehmen die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern, die Arbeitsbedingungen verbessern und somit die Leistungsfähigkeit und Motivation der Beschäftigten steigern. Durch das Ergreifen präventiver Maßnahmen lassen sich langfristig Kosten reduzieren, da durch die Vermeidung von Krankheiten und Fehlzeiten auch Produktivitätsverluste verringert werden.

Gesundheit im Fokus: Wie Workforce Management das Gesundheitsmanagement vorantreibt

Workforce Management kann eine bedeutende Rolle bei der Förderung des Gesundheitsmanagements spielen, indem es Personalverantwortlichen dabei hilft, eine ausgewogene Balance zwischen Be- und Entlastung für die Mitarbeitenden zu erreichen. Eine entscheidende Aufgabe von Workforce Management besteht darin, die Ressourcen des Unternehmens optimal zu planen und einzusetzen, um eine hohe Effizienz und Produktivität zu gewährleisten, während gleichzeitig das Wohlbefinden und die Gesundheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fokus stehen.

So kann durch eine optimierte Personaleinsatzplanung sichergestellt werden, dass Mitarbeitende angemessen eingesetzt werden und die Arbeitsbelastung gleichmäßig verteilt wird. Dies reduziert Überlastung und Stress und fördert so die Gesundheit.
Workforce-Management-Systeme können zudem flexible Arbeitsmodelle wie Telearbeit, Job-Sharing oder Gleitzeit unterstützen, die dazu beitragen, die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden zu verbessern und die Belastung zu reduzieren, indem sie Mitarbeitenden mehr Kontrolle über ihre Arbeitszeit geben.

Durch die genaue Erfassung der Arbeitszeiten können außerdem Überstunden vermieden werden. Auch Pausenzeiten können so geplant werden, dass Mitarbeitende ausreichend Zeit für Bewegung und Entspannung haben. Und sogar Schulungen und Trainings zur Stressbewältigung und Gesundheitsförderung können über ein Workforce-Management-System koordiniert und abgebildet werden.

Das Sammeln und Analysieren von Daten zu Arbeitszeiten, Arbeitsbelastung und Krankheitstagen verbessert darüber hinaus die Arbeitsbedingungen und reduziert Gesundheitsrisiken und Belastungen.

Durch eine sinnvolle Integration von Workforce Management in das Gesundheitsmanagement tragen Unternehmen dazu bei, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben und langfristig produktiv arbeiten können.

Autorin:
Katharina Van Meenen-Röhrig, CEO GFOS mbH