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Richtlinien für die Langzeitentsendung

Eine Langzeitentsendung ist der vorübergehende Einsatz eines Mitarbeiters an einem anderen Standort. Sie dauert in der Regel ein bis fünf Jahre und meist kehrt der Mitarbeiter anschließend in sein Heimatland zurück. Die aktuelle Studie hat die Praktiken für Langzeitentsendungen über die 132 Richtlinien von Unternehmen aus 34 verschiedenen Branchen analysiert. Bereits im Jahr 2015 hatten die Experten von Crown World Mobility 50 Entsendungs-Richtlinien von international operierenden Unternehmen untersucht. 

Dauer der Entsendung

In den meisten Richtlinien sind sowohl die Mindestdauer (98 %) als auch die Höchstdauer (97 %) für Langzeitentsendungen angegeben. Üblich sind Entsendungen zwischen einem und drei Jahren mit Verlängerungsoption auf bis zu fünf Jahre (51 %). Etwas mehr als die Hälfte (51 %) aller Richtlinien geht auch auf die Verlängerungsoptionen ein.

Rückzahlungsvereinbarung

Rückzahlungsvereinbarungen legen Bedingungen für den Fall fest, dass der Mitarbeiter entscheidet, die Entsendung vorzeitig zu beenden. 51 % der Richtlinien enthalten eine Vereinbarung dieser Art. Meist gilt die Vereinbarung für einen Zeitraum von zwei Jahren (42 %) oder einem Jahr (34 %). Interessant ist, dass es eine Entwicklung zu langfristigeren Absprachen gibt.* In 2015 war der Anteil von Richtlinien mit ein- bzw. zweijährigen Vereinbarungen noch gleich hoch (je 35 %). Mittlerweile gibt es sogar einige Programme (5 %), bei denen sich die Vereinbarung auf die gesamte Entsendungsdauer erstreckt.

Steuerliche Beratung vor Abreise

Steuerrecht und -verfahren sind häufig sehr kompliziert. Aus diesem Grund sieht die Mehrheit der Richtlinien (70 %) eine steuerliche Beratung der Mitarbeiter vor der Entsendung vor. Nur wenige Richtlinien (11 %) bieten diese zusammen mit dem Orientierungsgespräch an. Ihre Anzahl ist seit 2015 von 22 % erheblich gesunken. 30 % der Richtlinien, die eine Beratung anbieten, geben ausdrücklich an, dass diese verpflichtend ist. Die meisten Programme (75 %) sehen vor, dass diese von einem externen Dienstleister durchgeführt wird.

Verkauf des Autos im Heimatland

Die meisten Richtlinien (61 %) enthalten Angaben zum Verbleib des Autos im Heimatland, jedoch nur 28 % gewähren Unterstützung. Am häufigsten wird der Ausgleich des Verlusts beim Fahrzeugverkauf angeboten (59 %), einschließlich Angaben zu dessen Berechnung. Üblicherweise wird die Differenz zwischen dem veröffentlichten Marktpreis und dem tatsächlich erzielten Verkaufspreis zugrunde gelegt. Einige Richtlinien (27 %) sehen eine Pauschale vor. Besonders in Ländern, in denen der übliche Marktwert schwer zu bestimmen ist, scheint dieser Ansatz sinnvoll. Der eingeräumte Pauschalbetrag liegt gewöhnlich zwischen US$ 2.000–3.000 pro Fahrzeug (beschränkt auf max. zwei Fahrzeuge bei Begleitung durch den Ehe-/Lebenspartner).

Vergütung und Leistungen: Vergütungsansatz und Gehaltszahlung

85 % der Richtlinien machen Angaben zum Vergütungsansatz für langfristige Einsätze. Meist richtet er sich nach der Gehaltsstruktur im Heimatland (57 %) und der Vergütungspraxis im Gastland (14 %). Die Mehrheit der Richtlinien (71 %) enthält Angaben zur Vergütung des Mitarbeiters während der Entsendung. Der verwendete Ansatz unterscheidet sich je nach Vergütungsstrategie, Hauptsitz des Unternehmens, Gastland usw. Am häufigsten erfolgt die Vergütung des Mitarbeiters auf Basis der Gehaltsabrechnung im Heimatland und wird in der Heimatwährung ausgezahlt.

Lebenshaltungskostenzulage (Kaufkraftausgleich)

Die Lebenshaltungskostenzulage (z. B. COLOA oder GSD) ist eine typische Komponente der Vergütung auf Basis des Gehaltes im Heimatland und wird in 73 % der Richtlinien genannt (mehr als 68 % in 2015). Diese Zulage soll die Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten zwischen dem Heimatland des Mitarbeiters und dem Gastland ausgleichen. Die Bestimmung des Gehaltsanteils, der für Waren und Dienstleistungen ausgegeben wird, erfolgt üblicherweise auf Basis von drei Elementen: Grundgehalt, Heimatland und Familiengröße.Die Zulage wird anhand von Daten eines externen Anbieters berechnet und an Inflations- und Währungsschwankungen angepasst. Nur 12% der Richtlinien sehen vor, dass die Vergütung des Arbeitgebers gekürzt wird, falls die Lebenshaltungskosten am Bestimmungsort niedriger sind. Die Richtlinien enthalten in der Regel Informationen über den Zweck der Zulagen, die Art und Weise, wie sie ermittelt werden, und die Häufigkeit ihrer Überprüfung.

Abzüge zur Anpassung an den Wohnkostenstandard im Heimatland

Abzüge (Wohnkostenbeitrag im Gastland) für den Fall, dass ein Mitarbeiter im Heimatland keine Wohnkosten mehr hat, werden weiterhin immer seltener angewendet, da auch die Unterstützung bei Wohnungsfragen im Heimatland abnimmt. Nur wenige Richtlinien (11 %) enthalten Angaben zu Abzügen zur Anpassung an den Wohnkostenstandard im Heimatland.

Auslandsprämie

In den letzten Jahren geht die Entwicklung weg von der Zahlung dieses Anreizes. Nur 24 % der Richtlinien sehen die Gewährung einer Prämie für Auslandseinsätze vor (weniger als 30 % in 2015). Traditionell wurde diese Zulage fortlaufend (als Prozentsatz des jährlichen Grundgehalts) als Anreizvergütung für die Annahme eines Auslandseinsatzes und als Anerkennung für die oft schwierigen Anpassungen gezahlt, die Mitarbeiter und Familie vornehmen müssen.

Härtezulage

Eine Härtezulage kann für Einsätze in Ländern mit besonders schwierigen oder gefährlichen Arbeits- und/oder Lebensbedingungen gewährt werden. Die Hälfte der untersuchten Richtlinien enthält Angaben zu dieser Zulage. Die Bestimmung des Anspruchs für das jeweilige Land und der Höhe der Zahlung erfolgt laut 75 % der Richtlinien durch einen externen Anbieter. Die Zulage wird in der Regel als Prozentsatz des Gehalts des Mitarbeiters gezahlt (67 %).

Dienstleistungen am Gastort

53 % der Richtlinien (gegenüber nur 46 % in 2015) geben an, dass Dienstleistungen am Gastort angeboten werden. 80 % gewähren diese zusätzlich zu den während des Orientierungstrips dort erbrachten Leistungen.

Typische Dienstleistungen am Gastort sind:

  • Hilfe bei der Einrichtung eines Bankkontos
  • Ermittlung von Einkaufsmöglichkeiten
  • Ermittlung der Verfügbarkeit und Nutzung öffentlicher Transportmittel
  • Überblick über die lokalen Dienstleistungen
  • Soziale, religiöse und Bildungsprogramme

Die Bereitstellung von Hilfen am Zielort bietet zahlreiche Vorteile, wie eine schnellere Rückkehr zur vollen Leistungsfähigkeit und eine leichtere Anpassung des Mitarbeiters und seiner Familie.

Reisekosten von Angehörigen im Heimatland

38 % der Richtlinien bieten Unterstützung für Besuche im Gastland von Angehörigen des Mitarbeiters an, die im Heimatland geblieben sind (weniger als 54 % in 2015). Das Unternehmen erstatten meist einmal (51 %) oder zweimal (43 %) pro Jahr den Hin- und Rückflug.

Steuerliche Unterstützung: Steuerausgleich sowie Unterstützung bei der Steuererklärung

Der Steuerausgleich (tax equalization) ist laut 93 % der Richtlinien der Standardansatz für Steuerhilfen während Langzeitentsendungen. Der Steuerausgleich stellt sicher, dass steuerliche Erwägungen so neutral wie möglich gestaltet werden. Beabsichtigt wird, den Mitarbeiter steuerlich so zu stellen, als würde er sein Grundgehalt, seine Anreizvergütung und sein persönliches Einkommen im Heimatland verdienen. Ein weiterer Ansatz ist die Ausgleichstechnik der Tax Protection, die den Mitarbeitern vor höheren Steuern am Entsendungsort schützt, ihm aber die Vorteile geringerer Abgaben unter der neuen Steuerhoheit gewährt. Er kann von Unternehmen mit Sitz in Europa genutzt werden oder dort, wo regionale Entsendungen üblich sind.

79 % der Richtlinien geben an, dass die Steuerplanung und -erklärung während der Entsendung unterstützt werden. Die meisten Unternehmen bieten Leistungen im Zusammenhang mit der Erstellung der Steuererklärung für jedes Entsendungsjahr an (laut 42 % der Richtlinien). Einige Programme (33 % im Gegensatz zu 44 % in 2015) sehen Steuerdienstleistungen für jedes Jahr vor, in dem sich die Vergütung während der Entsendung auf die erklärte Steuer auswirkt. 44 % der Richtlinien besagen, dass der Anspruch auf Unterstützung erst entsteht, wenn ein vom Unternehmen benannter Steuerberater hinzugezogen wird.

Den vollständigen Bericht können Sie hier herunterladen.

Quelle: Crown World Mobility

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