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Mehrere Betriebsstätten eines Arbeitgebers

Frage
Unser Unternehmen hat mehrere Betriebsstätten innerhalb eines Bundeslandes mit jeweils einer eigenen Betriebsnummer.
Wenn ein Arbeitnehmer nun innerhalb eines Arbeitgebers von einer Betriebsstätte zu einer anderen Betriebsstätte wechselt, erstellen wir für den Arbeitnehmer nur eine Lohnsteuerbescheinigung – eine ELStAM-Meldung erfolgt nicht. Sozialversicherungsrechtlich wird der Mitarbeiter mit der alten Betriebsnummer abgemeldet (Meldegrund 30) und mit der neuen Betriebsnummer angemeldet (Meldegrund 10). Der Beitragsnachweis erfolgt unter der Hauptbetriebsnummer. Für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge für Einmalzahlungen im Zeitraum der neuen Betriebsstätte werden die Zeiten der alten Betriebsstätte nicht berücksichtigt.
Ist dieses Vorgehen korrekt?
 
Antwort
Zunächst zur Lohnsteuer:

Wenn keine ELStAM-Abmeldung und Anmeldung erfolgt, braucht auch keine Lohnsteuerbescheinigung erstellt zu werden. Wenn sich die Arbeitgeber-Steuernummer nicht ändert, kann das gesamte Jahr auf einer Lohnsteuerbescheinigung angegeben werden.
 
In der Sozialversicherung verhält es sich wie folgt:

Wechselt ein Arbeitnehmer innerhalb des Arbeitgebers von einem Beschäftigungsbetrieb zu einem anderen (reiner Wechsel der Betriebsnummer beim gleichen Arbeitgeber), besteht zur Zeit keine Meldepflicht. Diese Meldepflicht ist zwar in § 12 Abs. 1 DEÜV vorgesehen, wurde aber nicht in § 28a SGB IV geregelt. Die Meldegründe 10 und 30 sind dafür nicht vorgesehen. Es handelt sich nicht um einen Aus- und Eintritt. Bei einer späteren Einmalzahlung sind sämtliche SV-Tage (SV-Lüfte) des laufenden Jahres zu berücksichtigen (ggf. inkl. der Märzklausel).
 
Quelle: alga-Compentence-Center, Sabine Törppe-Scholand