Kundenservice Veranstaltungen: 02234-9894940
Kundenservice Bücher: 089-21837921
Aboservice Zeitschriften: 089-21837110

Mitarbeiterwohnungen

Frage:

Mit dem „Jahressteuergesetz 2019“ wurde zum 01.01.2020 eingeführt, dass kein steuerpflichtiger Sachbezug vorliegt, wenn der Arbeitgeber eine an seine Arbeitnehmer überlassene Wohnung zu mindestens zwei Dritteln des ortsüblichen Mietpreises überlässt. Gilt diese Regelung auch für die Sozialversicherung?

 

Antwort:

Wenn der Arbeitnehmer mindestens zwei Drittel der ortsüblichen Miete zahlt, ist nach § 8 Abs. 2 EStG die Vergünstigung bis zu einem Drittel der ortsüblichen Miete steuerfrei, sofern die ortsübliche Miete maximal 25,00 Euro je Quadratmeter ohne umlagefähige Betriebskosten beträgt.

Die Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) enthält in § 2 Abs. 4 und 5 eigenständige Regelungen zur Bewertung von unentgeltlich oder verbilligt überlassenem Wohnraum vom Arbeitgeber an den Arbeitnehmer. Danach ist für eine als Sachbezug zur Verfügung gestellte Wohnung als Wert der ortsübliche Mietpreis unter Berücksichtigung der sich aus der Lage der Wohnung zum Betrieb ergebenden Beeinträchtigungen anzusetzen. Sofern im Einzelfall die Feststellung des ortsüblichen Mietpreises mit außergewöhnlichen Schwierigkeiten verbunden ist, gibt die SvEV hilfsweise Quadratmeterpreise in Abhängigkeit von der Ausstattung vor. Wird eine Wohnung verbilligt als Sachbezug zur Verfügung gestellt, ist der Unterschiedsbetrag zwischen dem vereinbarten Preis und dem ortsüblichen Mietpreis dem Arbeitsentgelt zuzurechnen.

Solange die SvEV nicht geändert ist, findet der steuerrechtliche Bewertungsabschlag keine Berücksichtigung bei der Feststellung des sozialversicherungspflichtigen Sachbezugs. Dies wurde auch im Besprechungsergebnis der Spitzenorganisationen der Sozialversicherung vom 20.11.2019 bestätigt.

 

Quelle: alga-Competence-Center, Sabine Törppe-Scholand