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Diskussion um Änderungen bei der Erwerbsminderungsrente

Die von der Bundesregierung geplante verlängerte Zurechnungszeit bei der Berechnung der Erwerbsminderungsrente wird von Experten grundsätzlich begrüßt. Dies ist das Ergebnis einer Anhörung des Bundestagsausschusses für Arbeit und Soziales am 15.5.2017.

 

Gegenstand der Anhörung war der Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung der Leistungen bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit. Durch das Gesetz soll die sogenannte Zurechnungszeit von 62 auf 65 Jahre angehoben werden. Dies bedeutet, dass bei der Rentenberechnung eine fiktive Erwerbsfähigkeitsdauer bis zum 65. Lebensjahr angenommen wird.

 

Reinhold Thiede von der Deutschen Rentenversicherung Bund rechnete vor, dass Erwerbsgeminderte ein fünffach höheres Armutsrisiko hätten als andere Altersrentner. Durch die Verlängerung der Zurechnungszeit würden die Erwerbsminderungsrenten um 7,5 bis acht Prozent steigen, prognostizierte seine Kollegin Gundula Roßbach.

 

Stefan Sell, Professor für Sozialpolitik an der Hochschule Koblenz, betonte, eine verlängerte Zurechnungszeit alleine greife trotz aller Vorteile für Erwerbsminderungsrentner zu kurz und insofern müsse die Frage der Abschläge diskutiert werden. Alexander Gunkel von der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände wie auch Marlene Schubert vom Zentralverband des Deutschen Handwerks sprachen sich gegen die Abschaffung der Abschläge aus, um keine Anreize zu schaffen.

 

(Foto: © Gina Sanders/Fotolia.com)