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Lohnsteuerliche Behandlung von Betriebsveranstaltungen

Mit Schreiben vom 07.12.2016 hat das BMF den Spitzenverbänden der gewerblichen Wirtschaft seine Auffassung in bestimmten Einzelfragen im Zusammenhang mit der Besteuerung von Betriebsveranstaltungen nach dem BMF-Schreiben vom 14.10.2015 mitgeteilt. Die Auffassung ist mit den Finanzverwaltungen der Länder abgestimmt.

Hier ein Überblick über die Antworten:

Teilnehmer

Bei Ermittlung der anteiligen Aufwendungen je teilnehmenden Arbeitnehmer ist auf die bei der Betriebsveranstaltung anwesenden Teilnehmer und nicht auf die angemeldeten Teilnehmer abzustellen. Die Finanzverwaltung lehnt eine allgemeine Nichtbeanstandungsregelung ebenso wie eine Nichtbeanstandungsregelung nur für Cateringkosten ab.

Praxishinweis: Das Schreiben gibt keine Information über die Form des Nachweises oder etwaige Anforderungen.

Geschenke

Ein Geschenk wird "anlässlich" einer Betriebsveranstaltung und nicht „nur bei Gelegenheit“ an den Arbeitnehmer übergeben, wenn ein konkreter Zusammenhang zwischen Betriebsveranstaltung und Geschenk besteht. Geschenke anlässlich einer Betriebsveranstaltung sind in die Sachzuwendungen einzubeziehen und zählen damit auch in den Freibetrag von 110 Euro.

Die Finanzverwaltung beanstandet nicht, wenn Geschenke, deren Wert je Arbeitnehmer 60 € nicht übersteigt, als Zuwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung in die Bemessungsgrundlage für die Ermittlung des Freibetrags einzubeziehen. Bei Geschenken, deren Wert je Arbeitnehmer 60 € übersteigt, ist im Einzelfall zu prüfen, ob sie "anlässlich" oder „nur bei Gelegenheit“ einer Betriebsveranstaltung zugewendet werden.

Praxishinweis: Geschenke, die vom Zuwendenden nach § 37b Absatz 1 EStG pauschaliert werden, sind nicht in die Berechnung der Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung einzubeziehen.

Reisekosten

Reisekosten liegen ausnahmsweise dann vor, wenn die Betriebsveranstaltung außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte des Arbeitnehmers stattfindet, die Anreise der Teilnahme an der Veranstaltung dient und die Organisation dem Arbeitnehmer obliegt. Steuerfreie Erstattungen durch den Arbeitgeber sind in diesen Fällen nach den Grundsätzen des § 3 Nummer 13 oder 16 EStG zulässig.

In Fällen, in denen die Anreise und Übernachtung im Zusammenhang mit einer Betriebsveranstaltung direkt vom Arbeitgeber über betriebsinterne Reisemanagementsysteme für den Arbeitnehmer organisiert und abgewickelt werden, ist das Kriterium der Selbstorganisation nicht erfüllt. Die Aufwendungen sind in diesen Fällen daher den Zuwendungen der Betriebsveranstaltung und dem Freibetrag von 110 Euro zuzurechnen.

Beschränkungen des Betriebsausgabenabzugs nach § 4 Abs. 5 EStG

Aufwendungen, die auf die geschäftlich veranlasste Teilnahme von Geschäftspartnern oder Arbeitnehmer verbundener Unternehmen und Leiharbeitnehmer sowie deren Begleitpersonen entfallen, werden so behandelt, wie sie außerhalb einer Betriebsveranstaltung zu behandeln wären. Der Betriebsausgabenabzug für diese Kosten unterliegt den Beschränkungen des § 4 Abs. 5 Satz 1 Nummern 1 und 2 EStG, da sie geschäftlich - und nicht wie bei eigenen Arbeitnehmern rein betrieblich - veranlasst ist.

Die Aufwendungen sind daher je nach Teilnehmer aufzuteilen.

Jubilarfeiern

Betriebsveranstaltungen im Sinne des § 19 Abs. 1 Satz 1 Nummer 1 Buchstabe a Satz 4 EStG sind auch Jubilarfeiern für mehrere bzw. alle Jubilare, nicht dagegen die Ehrung eines einzelnen Jubilars. Die Feier zu Ehrung eines einzelnen Arbeitnehmers stellt bei Einhalten der Voraussetzungen keinen Arbeitslohn nach R 19.3 LStR dar.

Jubilarfeiern für mehrere oder alle Jubilare ist eine Betriebsveranstaltung und verbraucht ggf. den Freibetrag von 110 Euro.

Praxishinweis: Das BMF-Schreiben vom 14.10.2015 zur lohnsteuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen wird nicht angepasst und gilt uneingeschränkt weiter.

 

Quelle: alga-Competence-Center

 

(Foto: © Igor Zhorov/Fotolia.com)