Kundenservice Veranstaltungen: 02234-9894940
Kundenservice Bücher: 089-21837921
Aboservice Zeitschriften: 089-21837110

Nachlaufende Zahlungen – Augen auf bei der Lohnsteuer

Die Corona-Regelungen nehmen weiter ab und vieles aus den „Zeiten davor“ kommt wieder. Obwohl das Homeoffice sich stark verbreitet und beliebt gemacht hat, nehmen auch die Auslandstätigkeiten wieder zu. Hier gibt es einiges zu beachten, vor allem im lohnsteuerlichen Bereich. 

Dies gilt auch, wenn wir uns mit aus dem Ausland nach Deutschland entsandten Mitarbeitern beschäftigen, die nach der Rückkehr in die Heimat noch nachträgliche Zahlungen für die in Deutschland erbrachten Tätigkeiten erhalten. 

Was gilt es hier zu beachten?

Für solche Fälle ist zunächst zu bestimmen, wann (noch) unbeschränkte und wann beschränkte Steuerpflicht vorliegt. Unbeschränkt steuerpflichtig sind Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben. In vielen Praxisfällen gilt, dass der Arbeitnehmer während der Arbeitstätigkeit in Deutschland auch unbeschränkt steuerpflichtig ist. 

Eine beschränkte Steuerpflicht liegt hingegen vor, wenn ein Arbeitnehmer zwar keinen Wohnsitz und auch nicht seinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hat, dennoch inländische Einkünfte gem. § 49 Einkommensteuergesetz (EStG) erzielt. Eine nachträgliche Zahlung, wie ein Bonus, gehört zu diesen inländischen Einkünften, wenn der Bonus für die zuvor in Deutschland erbrachte und versteuerte Leistung gezahlt wird. Somit muss der Arbeitnehmer die nachträgliche Zahlung in Deutschland der Versteuerung unterwerfen, auch wenn die unbeschränkte Steuerpflicht (in der Regel durch Rückkehr in den vorherigen Wohnsitzstaat) beendet ist. 

Eine Einschränkung vom deutschen Besteuerungsrecht kann sich noch durch den letzten Prüfungsschritt ergeben: Ist der Arbeitnehmer in einem Land ansässig, mit dem ein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, ist zu prüfen, ob aufgrund dieser Regelungen dem Heimatland des Arbeitnehmers das Besteuerungsrecht zusteht. 

Darf Deutschland besteuern, dann stellt sich noch die Frage, wie das konkret vorzunehmen ist. Bis vor einigen Jahren war in solchen Fällen eine „Papierbescheinigung“ zu beantragen.

Mittlerweile ist der elektronische Abruf grundsätzlich auch für Arbeitnehmer mit beschränkter Steuerpflicht möglich. Voraussetzung ist, dass eine entsprechende Steuer-Identifikationsnummer vorliegt. War ein Arbeitnehmer zuvor unbeschränkt steuerpflichtig, dann sollte diese entsprechend erteilt worden sein. Ansonsten ist ein Antrag beim Betriebsstättenfinanzamt des Arbeitgebers erforderlich. 

Beispiel:

Ein Arbeitgeber aus Schweden entsendet einen Arbeitnehmer zum Schwesterunternehmen nach Deutschland, um im Zeitraum vom 01.03.2001 bis zum 31.12.2001 im Inland zu arbeiten. Die deutsche Firma trägt den Arbeitslohn, da der Arbeitnehmer in ihrem Interesse tätig wird. Der Arbeitnehmer hatte für diese Zeit eine Wohnung in Deutschland angemietet, die er durchgängig genutzt hat. Das Einkommen, das er während seines Aufenthalts in Deutschland erzielt hat, wurde vollständig in Deutschland versteuert.

Am 01.01.02 kehrte der Arbeitnehmer in seinen Heimatstaat Schweden zurück. Die deutsche Wohnung hatte er entsprechend aufgegeben. Im Februar 2002 erhält der Arbeitnehmer noch einen Bonus für seine Tätigkeit in Deutschland.  

Frage: Muss der deutsche Arbeitgeber den Bonus versteuern? 

Da der Arbeitnehmer nach der Rückkehr in die Heimat inländische Einkünfte gem. § 49 EStG erzielt, ist er in Deutschland beschränkt steuerpflichtig. Abkommensrechtliche Einschränkungen ergeben sich nicht. Somit muss der deutsche Arbeitgeber für den Bonus Lohnsteuern einbehalten und abführen. Ergibt der elektronische Abruf die Steuerklasse I, kann diese verwendet werden, ansonsten muss nach Steuerklasse VI abgerechnet werden.

 

Sie finden den kompletten Beitrag in der LOHN+GEHALT 3/2023.

 

Foto: © stock.adobe.com/Stockfotos-MG

Passende Artikel
Online-Schulung alga-Kolleg Payroll Management

Robert Heinlein

22.-23.04.2024 | online 14.-15.10.2024 | Köln
1.249,50 €
Zeitschrift LOHN+GEHALT

Markus Stier

189,00 €

Preis für Jahresabonnement Inland

Online-Schulung Besondere Sachverhalte in der Entgeltabrechnung

Markus Stier

29.05.2024 | online 02.09.2024 | online
702,10 €