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Mindestlohn verringert Spannweite der Tarifverdienste

Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes ist der Abstand zwischen den höchsten und den niedrigsten Verdienstgruppen in Tarifverträgen zwischen Dezember 2014 und Juni 2017 gesamtwirtschaftlich um 0,2 % gesunken. Im selben Zeitraum ging die Spannweite bei ausschließlicher Berücksichtigung von Tarifverträgen um 5,7 % zurück.

Die Einführung des Mindestlohns hat die Tarifverdienststruktur besonders im Gastgewerbe verändert. Dort ist der Abstand zwischen den höchsten und niedrigsten Tarifverdiensten zwischen Dezember 2014 und Juni 2017 mit – 7,2 % am stärksten zurückgegangen. Das Gastgewerbe zählt zu den wenigen Branchen, in denen Tarifverträge vor Einführung des Mindestlohns noch Verdienstgruppen unter 8,50 Euro vorsahen.

 

Gegenläufig hat sich die Verdienststruktur von Tarifverträgen in den Branchen entwickelt, in denen der Tarifvertrag des öffentlichen Bundes und der Gemeinden (TVöD) ein hohes Gewicht hat. Dazu gehören die Öffentliche Verwaltung, Verteidigung; Sozialversicherung (+ 0,3 %), die Wasserversorgung und Entsorgung (+ 0,2 %) sowie die Energieversorgung (+ 0,1 %). Ursache hierfür ist die Einführung der neuen Erfahrungsstufe 6 für die Entgeltgruppen E9a bis E15 zum 1. März 2016. Die Beschäftigten dieser Entgeltgruppen haben somit die Möglichkeit erhalten, innerhalb ihrer Entgeltgruppe eine höhere Erfahrungsstufe zu erreichen. Dadurch sind die höchsten Verdienste gestiegen und die Spannweite zwischen den höchsten und niedrigsten Verdiensten hat sich vergrößert.

 

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

(Foto: © Coloures-pic/Fotolia.com)