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Neue Ausbildungsordnung für Binnenschiffer

Zum 1. August 2022 tritt eine geänderte und aktualisierte Ausbildungsordnung für den Bereich der Binnenschifffahrt in Kraft. Transportieren von Gütern, Befördern von Personen, Planen von Reisen, Steuern und Navigieren von Fahrzeugen, Überwachen von Betriebsabläufen, Instandhalten von Schiffskörpern oder Handeln in Notfallsituationen - Fachkräfte in der Binnenschifffahrt müssen über ein sehr breites Spektrum an Kompetenzen verfügen. Mit zwei neuen Ausbildungsordnungen wird diesen vielfältigen Anforderungen nun Rechnung getragen: Binnenschiffer und Binnenschifferin auf der Betriebsebene mit den Schwerpunkten Frachtschifffahrt und Personenschiff­fahrt sowie Binnenschifffahrtskapitän und Binnenschifffahrtskapitänin auf der Führungsebene.

Gemeinsam mit den zuständigen Bundesministerien sowie den Sozialpartnern und Sachverständigen aus der betrieblichen Praxis hat dasBundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) im Auftrag der Bundesregierung die Berufsausbildung in der Binnenschifffahrt modernisiert. Die neuen Ausbildungsordnungen treten zum 1. August 2022 in Kraft.

Dabei zeichnen sich die ersten beiden Ausbildungsjahre durch eine Vielzahl an gemeinsamen Ausbildungsinhalten aus, wie zum Beispiel dem Einsetzen von Fahrzeug­aus­rüstung, dem Be- und Entladen von Binnenschiffen sowie instand haltenden und qualitätssichernden Maßnahmen. Schwerpunkt des letzten Ausbildungsjahres zum/zur Binnenschiffer/-in ist das Instandsetzen von mechanischen Anlagen und Schiffsmotoren, während der zweite Teil der dreieinhalbjährigen Ausbildung zum/zur Binnenschifffahrtskapitän/-in durch Nautik und Schiffssteuerung geprägt ist.

Die beiden Ausbildungsordnungen enthalten zudem die modernisierten und für alle neuen Ausbildungsberufe verbindlichen Mindestanforderungen für die Bereiche "Organisation des Ausbildungsbetriebes, Berufsbildung sowie Arbeits- und Tarifrecht", "Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit", "Umweltschutz und Nachhaltigkeit" sowie "Digitalisierte Arbeitswelt" - die sogenannten Standard­berufsbildpositionen.

Angestoßen wurde die Modernisierung der beiden Ausbildungsberufe unter anderem durch eine Rechtsänderung über die Anerkennung von Berufsqualifi­kationen in der Binnenschifffahrt auf EU-Ebene. Seit Januar 2022 gelten neue Voraussetzungen für Besatzungsdienstgrade und Binnenschiffsführerpatente, die nun in nationales Recht umgesetzt werden.

Bundesweit werden insgesamt jährlich knapp 400 Fachkräfte über alle Ausbildungsjahre hinweg ausgebildet, für die gute Übernahmechancen bestehen. Sie arbeiten überwiegend in Betrieben der Güter- und Personenschifffahrt. Die Fachkräfte können darüber hinaus auch in Hafenbetrieben und Hafenbehörden, bei der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung sowie in Wasserbauunternehmen tätig sein. Im Anschluss an die Ausbildung besteht die Möglichkeit, eine Aufstiegsfortbildung zum/zur Geprüften Binnenschiffermeister/-in oder Staatlich geprüfte/-n Techniker/-in Schiffsbetriebstechnik zu absolvieren.

Die modernisierten Ausbildungsordnungen und der darauf abgestimmte, von der Kultusministerkonferenz (KMK) für den schulischen Teil der dualen Ausbildung entwickelte Rahmenlehrplan lösen eine bestehende Regelung aus dem Jahr 2005 ab.

Weitere Informationen unter www.bibb.de/neue-berufe

Informationen über die für alle neuen Ausbildungsberufe geltenden Standardberufsbildpositionen unter www.bibb.de/vier-sind-die-zukunft

 

 

Foto: © AdobeStock/Michael Rogner

 

 

 

 

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