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Systemrelevanz der Payroll: Wortklauberei oder die Chance auf Veränderung?

Wer in diesen Tagen den Duden aufschlägt und nach dem wohl seit Corona gängigsten Buzzword sucht, bekommt gar schon eine rhetorische Antwort. Und doch steckt hinter dieser Begrifflichkeit mehr als ein verantwortungsvoller Job in Zeiten eines krisenbehafteten Ausnahmezustands. Die Systemrelevanz bedeutet für den Entgeltabrechner nicht nur, dass er bedeutsam für das System ist – vielmehr bringt sie hoffentlich die Anerkennung für einen Beruf mit sich, die schon längst überfällig war.

Vor kurzem habe ich mit einer guten Bekannten telefoniert. Sie ist Gynäkologin an einer bayerischen Uni-Klinik. Wir tauschten uns aus, wie Corona unseren Alltag verändert hat. Als ich von meinem Beruf berichtete und das Adjektiv systemrelevant in den Mund nahm, konnte ich ihre großen Augen förmlich durch den Hörer spüren. „Wie, DU bist systemrelevant?“, fragte sie mich mit Skepsis in ihrer Stimme. Ohne darauf antworten zu können, hastete sie los: „Meinen Lohnzettel habe ich noch nie verstanden. Mit meinen vielen Schichten und damit verbundenen Sonntags-, Feiertags- und Nachtzuschlägen verdiene ich so unterschiedlich. Nachvollziehen, wie sich das Gehalt berechnet, kann ich so gut wie nie. Und überhaupt sind das auf dem Zettel alles nur Hieroglyphen für mich.“

Da wurde mir eines klar: Meinen Beruf schmückt zwar jetzt ein neues Adjektiv, gleichzeitig bedeutet das aber nicht, dass meine Tätigkeit im Gegensatz zu der eines Arztes für jeden ein klares Feld ist. Und das, obwohl fast jeder von uns monatlich meine Dienstleistung – einen Lohn- oder Gehaltszettel – erhält.

Zeit, Aufklärungsarbeit zu leisten. Backen wir uns einen Entgeltabrechner. Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und machen Sie es sich bequem. Seien Sie gespannt aufs Endergebnis.

1. Zutat: Für die Geheimniscreme – 100 Prozent Verschwiegenheit

Manchmal fühle ich mich ein wenig wie ein Agent des Bundesnachrichtendienstes. Meine Mandanten tragen mir Informationen zu, über die sonst niemand Bescheid wissen darf. Ich kenne die Gehälter eines jeden. Zum Glück habe ich keine Zeit, mir Gedanken zu machen, warum der Geschäftsführer eines mittelständischen Betriebes zehnmal mehr verdient als seine Angestellten. Auch hinterfrage ich nicht, warum die gleiche Jobposition – beispielsweise die eines Marketing-Managers – derart differenziert entlohnt wird. Als Entgeltabrechner ist mein Name Hase – dazu verpflichtet mich die Datenschutz-Grundverordnung, dazu fühle ich mich meinen Mandanten gegenüber zu jeder Zeit verpflichtet.

 

>> Lesen Sie den vollständigen Artikel in LOHN+GEHALT 7/2020

 

 

Foto: © Fotolia/Denise Betak

 

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