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Teilzeit auf Zeit

Kurz vor Ende der Legislaturperiode soll nun eine weitere Absprache im Koalitionsvertrag von 2013 umgesetzt werden: in deutschen Unternehmen erhält nach dem Willen von Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles fortan jede/r Beschäftigte das Recht auf zeitlich befristete Teilzeitarbeit.

Im Einzelnen sieht der vorliegende Referentenentwurf eines „Gesetzes zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts“ unter anderem die folgenden Regelungen vor.

Das Recht auf befristete Teilzeitarbeit besteht nur für Arbeitnehmer/innen in Betrieben mit mehr als 15 Beschäftigten und lediglich dann, wenn das jeweilige Arbeitsverhältnis bereits mehr als ein halbes Jahr besteht.

Die „Teilzeit auf Zeit“ muss mindestens drei Monate vor dem geplanten Beginn beantragt werden. Ihre Dauer wird zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer/in festgelegt, zeitliche Grenzen gibt der Entwurf nicht vor.

Jeder Arbeitgeber unterliegt einer Erörterungspflicht gegenüber Beschäftigen mit Wunsch nach Arbeitszeitverringerung.

Nach der Rückkehr zur Vollzeitarbeit kann eine erneute befristete Teilzeit erst nach mindestens einem Jahr beantragt werden.

Wer in unbefristeter Teilzeit arbeitet, soll fortan Erleichterungen bei der Aufstockung der Arbeitszeit erfahren. Der Arbeitgeber muss künftig nachweisen, dass es keine Möglichkeit der Anhebung der Arbeitszeit für den Antragsteller gibt.

Das Gesetz stößt in seiner derzeitigen Planungsform vor allen Dingen in Arbeitgeberkreisen auf massive Kritik, es ist unter anderem von erheblichen Belastungen bei der Personalplanung, hohen bürokratischen Aufwänden und der entsprechenden Erhöhung der Arbeitskosten die Rede.

Der Entwurf ist nun in der Ressortabstimmung zwischen den Ministerien, Änderungen daran sind also durchaus zu erwarten.

Zum Entwurf des Gesetzes geht es hier.

 

Markus Matt

 

(Foto: © Birgit Reitz-Hofmann/Fotolia.com)