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Im Gespräch: Megatrend Dienstfahrräder : Freude am Radfahren

Der Mobilitätsdienstleister Company Bike mobilisiert deutschlandweit Mittelständler und Konzerne mit Firmenrädern. Dabei versteht sich das Unternehmen als Serviceanbieter für individuelle Firmenradkonzepte, maßgeschneidert für jeden Kunden. Der Dienstleister mit Hauptquartier in München ist deutschlandweit mit regionalen Service-Hubs vertreten.

Im BlickpunktMagazin
Lesezeit 6 Min.
Berufstätiger Mann in Geschäftskleidung, der an einer Treppe steht und Selbstvertrauen und Ausgeglichenheit ausstrahlt.

Wir sprachen mit Geschäftsführer Markus Maus über die veränderte Mobilitätskultur in Deutschland, über steuerliche und weitere Anreize für Dienstfahrräder – und über seine eigene Bike-Begeisterung. Maus hatte das Unternehmen im Jahr 2012 gemeinsam mit Derk Möller gegründet.

Herr Maus, warum haben Sie das Unternehmen Company Bike gegründet?

In den vergangenen Jahrzehnten habe ich in großen Konzernen in Europa und Asien gearbeitet. Überall sitzen die Mitarbeiter den überwiegenden Teil des Tages. Viele von ihnen wollen sich gerne mehr bewegen, aber es fehlt die Zeit. Gleichzeitig findet ein Wertewandel statt: Gerade bei jungen Leuten verliert das Auto als Statussymbol an Bedeutung, Radfahren wird attraktiver und weist die Richtung zu einer nachhaltigeren Mobilität. Da ich begeisterter Mountainbiker bin, war die Idee naheliegend: Mit Company Bike verbinden wir aktuelle, gesellschaftliche Trends mit der Leidenschaft und dem Spaß am Radfahren.

Sind Firmenfahrräder mittlerweile genauso attraktiv für Mitarbeiter wie die traditionellen Firmenwagen?

Es hat ungefähr fünf Jahre gedauert, bis dieser Wertewandel stattgefunden hat und das Firmenfahrrad so gefragt ist, wie wir es uns bei der Gründung von Company Bike gewünscht hatten. Firmenwagen verlieren als Motivationsinstrument an Bedeutung, da sie meist nur einem privilegierten Teil der Belegschaft zur Verfügung stehen. Moderne Unternehmen setzen stärker auf Gleichheit und bieten allen Mitarbeitern ein Firmenfahrrad an.

Ihre Mission sind Gesundheit, Mobilität und Umweltschutz. Warum haben Sie den direkten Weg zu den Unternehmenskunden gewählt?

Mein Geschäftspartner Derk Möller und ich haben zuvor als Geschäftsführer des Unternehmens Rewards Arvato Services weltweit Mitarbeiter- und Kundenbindungsprogramme für führende Unternehmen aufgesetzt. Wir kommen also aus dem B2B-Bereich und haben erlebt, dass Mitarbeitermotivation immer weniger über Geld und Gehalt, sondern zunehmend über Werte stattfindet. Starke Argumente sind hier erfahrungsgemäß die persönliche Gesundheit, unsere Umwelt und die Begeisterung für ein zusätzliches Incentive, das „mein Arbeitgeber mir gewährt“. Daraus ist unsere Idee entstanden, innovative Mitarbeitermotivationsprogramme zu entwickeln, die gleichzeitig Gesundheit und Nachhaltigkeit fördern. Das Fahrrad ist dafür ein tolles Instrument, da es diese Elemente miteinander verbindet.

Der Gesetzgeber arbeitet Ihnen ganz im Trend der ökologischen Veränderung durch neue steuerliche Anreize für Dienstfahrräder gewissermaßen in die Hände. Wie sehen denn die neuen Vorteile genau aus?

Die im Jahressteuergesetz 2019 verabschiedete Steuersenkung für E-Autos wurde Anfang des Jahres von den Oberfinanzbehörden der Länder auch für Dienstfahrräder übernommen. Ab 01.01.2020 müssen bei privater Nutzung daher nur noch 0,25 Prozent der unverbindlichen Preisempfehlung als geldwerter Vorteil versteuert werden.

Dienstfahrräder, die der Arbeitgeber komplett finanziert und seinen Mitarbeitern zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zur Verfügung stellt, bleiben auch in Zukunft komplett steuerfrei.

Durch die Umsetzung der 0,25-Prozent-Regelung wird das Dienstrad-Leasing noch attraktiver, da im Vergleich zum Privatkauf höhere Ersparnisse möglich sind. Die Reduzierung von 0,5 Prozent auf 0,25 Prozent macht etwa 3 Prozent mehr Einsparung für den Mitarbeiter aus. Das lohnt sich vor allem für die hochpreisigen E-Bikes, die viel Potenzial haben, eine Verkehrswende hin zu einer gesünderen, nachhaltigeren Mobilität zu fördern. Gerade für Pendler, die mit einem E-Bike größere Distanzen als mit einem Fahrrad zurücklegen können, erhöht sich der Anreiz, vom Auto auf ein Firmenrad umzusteigen.

Und auch die Umwelt profitiert.

Ja, die Steuersenkung ist ein wichtiger Schritt für mehr Klimaschutz im Verkehr.

Eine Ausstellung verschiedener Fahrräder unter einem Markenzelt bei einer Veranstaltung oder Ausstellung im Freien.

Der Impuls der neuen steuerlichen Regelung könnte zu einer echten Veränderung und mehr nachhaltiger Mobilität führen, gerade im stauträchtigen innerstädtischen Bereich. Ein Firmenrad ist schlicht eine kollektive Win-win-Situation: Weniger Stress, mehr Gesundheit und geringere Kosten für den Arbeitnehmer, positiveres Image und bessere Mitarbeiterbindung für den Arbeitgeber und eine reduzierte CO2 -Belastung für die Umwelt.

Auch im Bereich der Verkehrssicherheit gibt es Bewegung in Berlin, neue Regeln und sogar Verkehrsschilder zum Schutz der Radfahrer sind auf dem Weg. Was haben sich Bundesverkehrsminister Scheuer und seine Mitarbeiter ausgedacht?

Laut Bundesverkehrsministerium werden deutschlandweit rund 11 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurückgelegt. Dänemark und die Niederlande zeigen, dass es möglich ist, den Radverkehrsanteil deutlich zu erhöhen. In Dänemark liegt er bei 18 Prozent, in den Niederlanden sogar bei 27 Prozent.

Damit auch in Deutschland mehr Fahrrad gefahren wird, soll Radfahren 2020 komfortabler und sicherer werden. Bis 2023 sollen z. B. rund 900 Millionen Euro für den Ausbau von Radwegen zur Verfügung gestellt werden. Außerdem sollen Autos und LKWs beim Überholen künftig mehr als den bisher geforderten „ausreichenden Abstand“ zu Radfahrern einhalten. Geplant sind außerorts 2 Meter, innerorts 1,5 Meter.

Weitere Maßnahmen sind deutlich höhere Bußgelder für Autofahrer, die auf Geh- oder Radwegen parken, ein eigenes Grünpfeilschild für Radfahrer sowie ein neues Verkehrszeichen „Überholverbot von Zweirädern“, das an engen oder gefährlichen Fahrbahnstellen eingesetzt werden soll.

Wenn die bereits vom Bundestag genehmigten Pläne von Scheuer und Co. auch vom Bundesrat verabschiedet werden, müssen sich Autofahrer künftig auf weniger Parkraum und weniger Straßen einstellen: Einige Parkplätze und Ladezonen sollen für die beliebten Lastenräder ausgewiesen werden; Straßen dürfen zu „Fahrradzonen“ deklariert werden, in denen nur Räder erlaubt sind – es sei denn, ein Zusatzschild gibt die Zone auch für andere Verkehrsteilnehmer (max. 30 km/h) frei. Auf Länderebene ist die Förderung der Radfahrer übrigens ebenfalls Programm.

Wer sich bewegt, bleibt gesund – und gerade berufspendelnde Radfahrer wirken durch ihre Art der Fortbewegung der alltäglichen Hektik und Eile entgegen. Tut das vermehrte Radfahren ihren Kunden gut?

Ja, natürlich! Studien zufolge ist Radfahren ein Wundermittel für Körper, Geist und Seele. Wer täglich 30 Minuten mit dem Fahrrad unterwegs ist, stärkt seine Muskulatur und das Herz-Kreislauf-System, aktiviert das Immunsystem und schläft besser. Auch die Psyche profitiert: Das gleichmäßige Pedalieren führt zu einer vermehrten Ausschüttung von Endorphinen. Radfahren macht also glücklich und beugt sogar Depressionen vor. Nebenbei fördert die Bewegung auch die Durchblutung des Gehirns, was eine bessere Verzweigung der Nervenzellen bewirkt. Das Gehirn wird dadurch leistungsfähiger – perfekt für den Weg zur Arbeit!

Eine konkrete Erfolgsstory durften wir bei einem unserer Kunden erleben. Ein stark übergewichtiger Mitarbeiter konnte 2015 nicht sein Wunschrad bestellen, sondern benötigte eine Sonderanfertigung. Motiviert vom Firmenradprogramm radelte sich dieser Mitarbeiter schlank – und bestellte im September 2019 ein Carbon-Rennrad!

Sie haben sich mit Company Bike auf Großkunden spezialisiert. Was schätzen diese an der Zusammenarbeit mit Ihrem Unternehmen besonders?

Wir richten alle unsere Prozesse auf zwei Ziele aus: Zum einen bieten wir Arbeitgebern, die sich für eine Zusammenarbeit mit uns entscheiden, den geringstmöglichen internen Aufwand verbunden mit maximaler Effizienz in ihren Prozessen. Zum anderen möchten die Mitarbeiter einen 360-Grad-Service von der Auswahl des Rads über die persönliche Übergabe und Betreuung bis hin zu einer reibungslosen Abwicklung – gerade auch zum Ende des Leasingprozesses. Und das Ganze natürlich zu den besten Konditionen im Markt. Dies können wir bieten, denn begeisterte Personaler, Betriebsräte und Firmenchefs sowie zufriedene Company Biker stehen jeden Tag im Fokus unserer Arbeit.

An einem sonnigen Tag hilft eine Person einer anderen Person dabei, auf ein rotes Fahrrad neben einem Lieferwagen zu steigen, der offenbar zu einem Bikesharing- oder Fahrradverleihservice gehört.

Außerdem unterstützen wir die Erfolgsaussichten des Firmenradprogramms in den Unternehmen durch unterschiedliche Aktionen wie Auftaktveranstaltungen, regelmäßige Gewinnspiele, Newsletter und kostenlosen Marketingmaterialien. Für Service und Reparaturen bieten wir einen mobilen Bike-Service an, der deutschlandweit bei den Kunden vor Ort zur Verfügung steht. Firmenrad-Leasing war noch nie so einfach!

Herr Maus, ich danke Ihnen für dieses Gespräch.

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