Aus der FALG-Gruppe : Barcamp „FALGs on Tour“
Im November 2019 kam in der Facebook-Gruppe „Fachassistent/in Lohn und Gehalt“ der Wunsch nach einem Treffen auf. Lange hat das Team um Annette Bastigkeit geplant, ist bei Referenten, Dozenten, Fachliteraturanbietern, Softwarehäusern und Fortbildungsanbietern auf Begeisterung gestoßen und hat viele Sponsoren gefunden. „FALGs on Tour“, das 1. Fachsymposium, ward geboren.

Neben Impulsreferaten, Vorträgen und Produktvorstellungen folgte ein Barcamp mit der Möglichkeit zur direkten Beteiligung. Wenn auch virtuell, war das 1. Fachsymposium ein voller Erfolg. Unser Chefredakteur Markus Stier sprach mit Annette Bastigkeit über den Erfolg sowie darüber, ob das Onlineformat für die Zukunft eine Alternative darstellt. Auch das Interview fand den Umständen entsprechend online statt.
Liebe Frau Bastigkeit, wir kennen uns seit Jahren persönlich. Ich gratuliere Ihnen zum großartigen Erfolg des 1. Fachsymposiums „FALGs on Tour“. Sie waren eine der Organisator*innen. Wie war das erste Treffen im Onlineformat?
Annette Bastigkeit: Vielen Dank für die Glückwünsche, das bedeutet mir sehr viel, denn ich hätte tatsächlich nicht geglaubt, dass wirklich alle Teilnehmer mit Begeisterung bis zum Schluss durchhalten. Denn machen wir uns nichts vor: Es ist schon ein Unterschied, ob man sich virtuell oder persönlich trifft. Aber wie Sie schon sagten, es war großartig. Irgendwie hat alles gepasst und die Spannung blieb die ganze Zeit erhalten.
Der fachliche Austausch war Ihnen ein ganz wichtiger Punkt. War dies online möglich und wie empfanden die Teilnehmer den Austausch?
Definitiv! Ich habe gestaunt, wie gut das geklappt hat – sei es im Chat (der wirklich rege genutzt wurde), sei es mit Wortmeldungen oder später im Barcamp. Ich kann sogar sagen, dass mir und auch den Teilnehmern die Chatfunktion ausgezeichnet gefallen hat, da so mehr Fragen aufgegriffen werden konnten. Dies wäre bei einem persönlichen Treffen gar nicht möglich gewesen.
Also ist auch ein Onlineformat für ein solches Fachsymposium geeignet?
Wenn Sie mir die Frage vor der Veranstaltung gestellt hätten, wäre meine Antwort nicht eindeutig gewesen. „Online“ war eine Notlösung, wäre niemals die erste Wahl gewesen. Nun, nach diesem Erfolg und dem durchweg positiven Feedback der Teilnehmer, kann ich mit Überzeugung „Ja“ sagen.
Wenn Sie die Wahl haben: nächstes Jahr wieder online oder doch lieber live? Woran machen Sie Ihre Entscheidung fest?
Nun, solange COVID-19 unseren Alltag bestimmt, kann ein persönliches Treffen nicht vorrangig geplant werden. Es hängt viel von den nächsten Monaten ab und zunächst beobachte ich den Trend. Wenn ein Leben „offline“ wieder möglich ist, kann ich mir sogar vorstellen, eine Kombination aus persönlichem und Online-Treffen zu organisieren – denn beides hat seine Vorzüge. Viele Teilnehmer haben z. B. erst Tickets gekauft, als es hieß, wir schwenken auf Online-Veranstaltung um.
Unter den Gruppenmitgliedern kam jedenfalls der Wunsch nach weiteren Online-Veranstaltungen auf und wir haben schon ein paar Ideen hierzu.
Ihr Engagement sucht seinesgleichen. Verraten Sie mir Ihre Motivation und Ihren Antrieb?
Ich sage immer scherzhaft, das alles ist irgendwie an mir kleben geblieben, und ich werde das nicht mehr los. Tatsächlich aber ist es mir ein großes Bedürfnis, unseren Berufsstand voranzubringen. Das liegt hauptsächlich daran, dass von vielen Arbeitgebern, Kollegen und auch im Freundeskreis die Tätigkeit im Lohn- und Gehaltsbereich komplett verkannt wird und Sprüche wie „Lohn ist nur ein Klick“ meinen Puls in die Höhe schnellen lassen.
Viele Kolleginnen und Kollegen werden schlecht bezahlt, bekommen selten Anerkennung und sind oftmals komplett überarbeitet. Hier müssen noch viele Augen geöffnet werden, und nachdem die Lohngruppe immer bekannter wurde, habe ich erkannt, dass ich diesen Umstand nutzen kann. Ich bin schon immer „die Vorlaute“ gewesen, meine „Berliner Klappe“ steht selten still (Sie kennen das ja von Ihren Seminaren) und so wurde ich ein wenig das Sprachrohr der Lohn- und Gehaltsabrechner.
Meine Motivation, meinen Antrieb ziehe ich aus den Rückmeldungen der Gruppenmitglieder, aus ihrem Vertrauen, ihren persönlichen Fragen, vielen Telefonaten und aus den daraus entstandenen und noch entstehenden Freundschaften. Ja, ich habe seit mehr als fünf Jahren viel zu tun, aber es ist definitiv die spannendste und beste Zeit meines Lebens.
Frau Bastigkeit, vielen Dank für dieses Gespräch.
Markus Stier

