Deutschland steht vor ähnlichen Herausforderungen : Dänemark führt Renteneintrittsalter von 70 Jahren ein
Am 29.05.2025 verabschiedete das dänische Parlament mit einer Mehrheit von 81 zu 21 Stimmen ein Gesetz, das das Renteneintrittsalter schrittweise an die steigende Lebenserwartung koppelt. Ab dem Jahr 2030 wird das Rentenalter auf 68 Jahre angehoben, 2035 auf 69 Jahre und ab 2040 auf 70 Jahre. Diese Reform ist Teil eines langfristigen Modells, das sicherstellen soll, dass jeder Däne im Durchschnitt etwa 15 Jahre im Ruhestand verbringt. Die Anpassung erfolgt alle fünf Jahre auf Basis der aktuellen Lebenserwartung. So könnte beispielsweise für die heute 25-jährigen Dänen ein Renteneintrittsalter von 74 Jahren vorgesehen sein.
Das Gesetz wurde von der sozialdemokratischen Regierung unter Premierministerin Mette Frederiksen eingebracht. Trotz der breiten Zustimmung im Parlament gibt es kritische Stimmen, insbesondere von Gewerkschaften, die vor den sozialen Folgen einer solchen Reform warnen. Insbesondere die Abschaffung der Frühpension und die damit verbundene Notwendigkeit, länger zu arbeiten, stoßen auf Widerstand.
In Deutschland hingegen ist das Renteneintrittsalter derzeit auf 67 Jahre festgelegt, mit einem geplanten Anstieg auf 67 Jahre für alle ab dem Jahr 2031. Allerdings gehen viele Deutsche bereits früher in Rente – im Durchschnitt mit etwa 64 Jahren. Ökonomen wie Veronika Grimm und Michael Hüther plädieren dafür, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln, um das Rentensystem langfristig zu stabilisieren.
Die dänische Reform zeigt, wie eine dynamische Anpassung des Renteneintrittsalters an die demografische Entwicklung aussehen kann. Deutschland könnte von diesem Modell lernen, um den Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und eines sich wandelnden Arbeitsmarktes besser zu begegnen.

