Mehr Druck auf Payroll und Personalbudgets : Arbeitsmarkt im Belastungstest
Arbeitsmarkt 2025 unter Druck: 2,95 Mio. Arbeitslose, weniger offene Stellen, mehr Kurzarbeit – steigende Komplexität für Payroll und HR-Controlling.
Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich zum Jahresende 2025 weiter eingetrübt, mit spürbaren Folgen für Payroll, Personalkosten und Beschäftigungssicherung. Im Dezember stieg die Zahl der Arbeitslosen auf 2,91 Millionen, das sind 23.000 Menschen mehr als im November. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 6,2 Prozent.
Im Jahresdurchschnitt 2025 waren 2,95 Millionen Menschen arbeitslos, ein Plus von 161.000 gegenüber 2024 und der höchste Stand seit über zehn Jahren. Parallel nahm auch die Unterbeschäftigung weiter zu und lag im Schnitt bei 3,63 Millionen Personen. Die wirtschaftliche Schwäche zeigt damit nicht nur konjunkturelle, sondern zunehmend strukturelle Wirkung.
Für Unternehmen bleibt Einstellungszurückhaltung die dominierende Strategie. Die Bundesagentur für Arbeit meldet für 2025 eine historisch niedrige Arbeitskräftenachfrage: Durchschnittlich waren 632.000 offene Stellen gemeldet, 62.000 weniger als im Vorjahr. Auch die Zahl der neu gemeldeten Stellen sank weiter und erreichte den niedrigsten Wert seit 25 Jahren.
Gleichzeitig bleibt Kurzarbeit ein zentrales Stabilisierungsinstrument. Im Jahresdurchschnitt waren rund 300.000 Beschäftigte in konjunkturell bedingter Kurzarbeit. Bei einem Arbeitsausfall von etwa 30 Prozent konnten rechnerisch rund 90.000 Arbeitsplätze gesichert werden. Für die Payroll bedeutet das: Beschäftigung wird gehalten, aber Kosten werden flexibilisiert, bei wachsendem Abrechnungs- und Steuerungsaufwand.
Auffällig ist zudem die Verschiebung der Beschäftigungsstruktur. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung stieg nur noch minimal auf 34,89 Millionen, getragen nahezu ausschließlich von Teilzeit und dem Dienstleistungssektor. Vollzeitstellen und Beschäftigung im produzierenden Gewerbe gingen weiter zurück. Auch die geringfügige Beschäftigung stagnierte erstmals, während Minijobs im Nebenjob weiter zunahmen.
Aus Payroll-Sicht heißt das: weniger Neueinstellungen, dafür mehr Komplexität im Bestand, durch Teilzeitmodelle, Nebenjobs, Kurzarbeit und steigende Unterbeschäftigung. Standardfälle werden seltener, Sonderkonstellationen häufiger.
Fazit:
Der Arbeitsmarkt wirkt zum Jahreswechsel stabilisiert, aber angespannt. Für Payroll und HR-Controlling bleibt 2026 kein Wachstumsjahr, sondern eines der Kostenkontrolle, Regelkonformität und operativen Präzision. Ob eine Trendwende gelingt, entscheidet sich weniger in der Statistik als in Konjunktur, Investitionen und betrieblicher Planungssicherheit.


