Neue Studie zeigt Handlungsbedarf : KI verändert die Erwartungen an Ausbildung und Lernen
Künstliche Intelligenz (KI) gewinnt in der Ausbildung zunehmend an Bedeutung und verändert die Erwartungen junger Menschen an Lernprozesse, Arbeitgeber und Berufsschulen. Das zeigt die aktuelle Studie „AzubiRecruiting Trends 2026“, für die mehr als 9.500 Auszubildende, dual Studierende sowie Schülerinnen und Schüler und über 2.000 Ausbildungsverantwortliche befragt wurden.
Mehr als die Hälfte der Auszubildenden ist der Ansicht, dass KI Ausbildungsthemen teilweise besser erklären kann als Ausbilderinnen und Ausbilder. Im Vergleich zur Berufsschule fällt das Urteil noch deutlicher aus: Fast drei Viertel sehen bei der Wissensvermittlung Vorteile auf Seiten der KI.
Zwar schätzen viele junge Menschen ihre KI-Kompetenzen als hoch ein, doch nur wenige haben bislang eine strukturierte Weiterbildung erhalten. Gleichzeitig bietet rund die Hälfte der Ausbildungsbetriebe ihren Auszubildenden noch keine speziellen Lernangebote zu KI-Themen an.
Die Studie zeigt zudem Veränderungen am Ausbildungsmarkt. Der Anteil der Bewerbenden mit mehreren Ausbildungsangeboten ist auf den niedrigsten Wert seit Beginn der Erhebung gesunken. Dennoch haben viele Unternehmen weiterhin Schwierigkeiten, Ausbildungsplätze zu besetzen. Die Herausforderungen liegen offenbar weniger in der Zahl der Bewerberinnen und Bewerber als in der Passgenauigkeit von Angebot und Nachfrage.
Auch psychische Belastungen gewinnen an Bedeutung. Viele Ausbildungsverantwortliche berichten von steigenden Fehlzeiten, während Auszubildende selbst eine zunehmende Belastung im Ausbildungsalltag wahrnehmen. Dabei unterscheiden sich die Einschätzungen von Betrieben und Nachwuchskräften häufig.
Verbesserungspotenzial sieht die Studie außerdem bei Stellenanzeigen. Bewerberinnen und Bewerber prüfen Anforderungen oft sehr genau und verzichten teilweise bereits bei einzelnen fehlenden Kriterien auf eine Bewerbung. Zudem nennen viele Unternehmen weiterhin keine Ausbildungsvergütung in ihren Anzeigen, ein Aspekt, der vor dem Hintergrund wachsender Transparenzanforderungen künftig an Bedeutung gewinnen dürfte.
Für Ausbildungsbetriebe ergibt sich daraus ein klarer Auftrag: Digitale Lernangebote, transparente Kommunikation, moderne Recruiting-Prozesse und die Förderung psychischer Gesundheit werden zunehmend zu entscheidenden Faktoren im Wettbewerb um Nachwuchskräfte.


