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Junge Entgeltabrechner: Rebekka Graner

Lesezeit 2 Min.

„Ich arbeite richtig gerne!“

LOHN+GEHALT sprach mit Rebekka Graner, Fachkraft für Entgeltabrechnung bei der Steuerberatungsgesellschaft ELWISS Rheinland GmbH. Die 37-Jährige berichtet über ihre Erfahrungen als Payroller/in und darüber, was sie in diesem Beruf antreibt.

 Frau Graner, den Ausbildungsberuf des Entgeltabrechners gibt es in Deutschland nicht, daher speist sich dieses Tätigkeitsfeld mehr oder weniger aus Quereinsteigern. Welchen Beruf haben Sie ursprünglich gelernt und wie sind Sie in diese Sparte geraten?

Eine Frau mit zurückgekämmtem braunem Haar und Brille lächelt. Sie trägt ein weißes Hemd mit Kragen und einen schwarzen Blazer und posiert vor einem schlichten grauen Hintergrund.

Ich habe eine Ausbildung zur Steuerfachangestellten absolviert und anschließend eine Fortbildung zur Steuerfachwirtin gemacht, ich war also ziemlich fleißig (lacht). In den Bereich Lohn bin ich aufgrund von Personalmangel geraten, in der Kanzlei gab es in diesem Bereich schlicht einen Engpass — und da ich ohnehin auf der Suche nach einer neuen Herausforderung war, habe ich diese Chance genutzt. Natürlich musste ich mir mit Blick auf die Entgeltabrechnung viel Fachwissen aneignen, doch das war ab dem ersten Moment spannend.

Das Feld der Entgeltabrechnung ist komplex, das war tatsächlich eine große Herausforderung. Wie haben Sie sich Ihr Wissen angeeignet und wie bilden Sie sich fort?

Zunächst einmal habe ich den „Fachassistenten für Lohn und Gehalt“ gemacht, das war ein intensiver Kurs mit einer anspruchsvollen Prüfung, die ich in diesem Jahr erfolgreich abgeschlossen habe. Was meine Fortbildung angeht, so bin ich sehr aktiv, denn es ändern sich ja dauernd irgendwelche Dinge. Ich lese Fachliteratur, besuche Fachseminare und lese auch einschlägige Newsletter und andere Informationsdienste.

Das Bild zeigt das Wort „FIT“ und eine Herzform, beide aus bunten, ineinander greifenden Spielzeugbausteinen zusammengesetzt. Der Hintergrund weist einen Farbverlauf von Hellblau nach Weiß auf. Einige zusätzliche Bausteine sind um die Hauptstrukturen herum verstreut.

Was ist Ihr Antrieb, als Payrollerin zu arbeiten?

Nun, dieser Job ist sehr abwechslungsreich, es wird niemals langweilig. Außerdem hat man stets mit Menschen zu tun, das gefällt mir gut. Ich berate einfach gerne, ich unterstütze gerne — und das kann ich in diesem Beruf.

Wie sehen Sie Ihre beruflichen Perspektiven?

Wir wissen ja alle, dass es wenig Fachpersonal im Bereich Entgeltabrechnung gibt, und das wird sich auf Sicht auch nicht ändern. Ich werde bestimmt nicht arbeitslos (lacht). Es wird auch keine komplette Automatisierung der Payroll geben können, dazu gibt es viel zu komplizierte Abläufe und Sonderfälle. Das Thema Beratung wird im Gegenteil noch zunehmen. Und mir macht das Spaß, ich arbeite richtig gerne in diesem Metier.

Wenn Sie entscheiden könnten: Welche Maßnahme würden Sie ergreifen, um die Entgeltabrechnung in Deutschland einfacher und transparenter zu machen?

Ich würde zum Beispiel die Sozialversicherungsnummer mit der Krankenkasse verknüpfen, was Doppelmeldungen und andere Probleme vermeiden würde. Außerdem würde ich Bescheinigungen elektronisch auch zum Beispiel an die Agentur für Arbeit versenden wollen. Beitragsmeldungen für die Krankenkassen sollten zudem grundsätzlich erst nach Ablauf eines Monats erfolgen, das aufwendige Schätzverfahren und die vielen Nachberechnungen wären dann überflüssig.

Abschließend noch eine etwas andere Frage: Welchen Traumberuf hatten Sie zu Jugendzeiten?

Ich wollte ursprünglich in eine ganz andere Richtung gehen, ich wollte Kinderpsychologin werden.

Auf der linken Seite des Bildes ist ein Mann mit kurzen dunklen Haaren zu sehen, der einen dunklen Blazer und ein hellblaues Hemd trägt. Der Hintergrund ist grün, mit dem Text „Markus Matt Chefredakteur LOHN+GEHALT“ in weißer Schrift.

Frau Graner, ich bedanke mich für dieses Gespräch.

Markus Matt

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