Spürbare Entlastungen für Unternehmen gefordert : Warnung vor Insolvenzwelle
Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen ist 2025 deutlich gestiegen. Laut DIHK werden über 23.000 Firmenpleiten erwartet – so viele wie seit mehr als zehn Jahren nicht. Wirtschaftsforscher sprechen von strukturellen Belastungen, während Unternehmen auf steuerliche und energiepolitische Entlastungen drängen.
Die deutsche Wirtschaft steht unter massivem Druck: Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland ist im Jahr 2025 auf ein ungewöhnlich hohes Niveau gestiegen. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die angemeldeten Firmenpleiten im Dezember 2025 um 15,2 Prozent über dem Vorjahresmonat und auch im Oktober wurde mit 2.108 Fällen ein markanter Anstieg von 4,8 Prozent verzeichnet.
Nach Einschätzung der Deutschen Industrie‑ und Handelskammer (DIHK) ergibt sich daraus für das Gesamtjahr ein deutliches Plus bei Insolvenzen: „Für 2025 rechnen wir insgesamt mit weit mehr als 23.000 Unternehmensinsolvenzen“, heißt es in einer aktuellen Stellungnahme. Die DIHK-Experten sehen darin „die höchste Zahl insolvenzbedingter Betriebsaufgaben seit mehr als einem Jahrzehnt“.
Trotz steigender Fallzahlen gingen die offenen Forderungen der Gläubiger aus den Insolvenzen im Oktober auf etwa 2,6 Milliarden Euro zurück, nachdem im Vorjahr noch rund 3,8 Milliarden Euro ausgewiesen wurden – ein Hinweis darauf, dass zuletzt weniger große, wirtschaftlich bedeutende Unternehmen betroffen waren.
Vor diesem Hintergrund fordert die DIHK die Politik zu spürbaren Entlastungen auf. Im Fokus stehen Steuersenkungen, niedrigere Energiepreise und Bürokratieabbau, um die wirtschaftliche Belastung von Betrieben zu reduzieren und die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. „Es mangelt nicht an Vorschlägen, geschrieben ist viel, umgesetzt aber zu wenig“, so der DIHKAnalyst Volker Treier.
Unabhängige Wirtschaftsforscher bestätigen den Trend: Laut einer Analyse des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erreichten die Insolvenzzahlen 2025 den höchsten Stand seit rund 20 Jahren, wobei insbesondere klassische Branchen wie verarbeitendes Gewerbe, Bau und das Gastgewerbe betroffen waren.
Die steigenden Firmenschließungen markieren einen strukturellen Belastungspunkt für die deutsche Wirtschaft in einer Phase niedrigen Wachstums. Für HR- und Finance-Verantwortliche bedeutet dies eine verstärkte Risiko- und Szenarioplanung ebenso wie eine frühzeitige Kommunikation bei der Personalplanung und Liquiditätssteuerung.


