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Im Gespräch mit: Peter Hart : Die Trend-Maschine : Ein neuartiges Tool könnte die Marktforschung revolutionieren

Im BlickpunktMagazin
Lesezeit 2 Min.

Peter Hart studierte Wirtschaftswissenschaften und träumte früher von einem guten Job als Börsenhändler. Dann machte ihn ein gescheiterter Freibadbesuch mit seiner Freundin zum Unternehmer und er entwickelte kurzerhand ein spezielles Aftershave für Beine und Intimbereich. Ihm war aufgefallen, dass es ein solches Produkt nirgends auf dem Markt gab. Das war vor sieben Jahren. Neue Trends aufspüren und daraus die passenden Produkte entwickeln, diesem Credo blieb der heute 30-jährige treu. Nun hat er gemeinsam mit zwei Co-Foundern das Start-up Swarm Marketing Research AI GmbH gegründet — und schon das erste Produkt „Pythia“ sorgt für Furore. Pythia ist mithilfe künstlicher Intelligenz in der Lage, branchenübergreifend sehr frühzeitig aufkommende Trends aufzuspüren — ein wahrer Traum für jeden Produktentwickler. Wir haben Peter Hart zu diesem Tool befragt.

Ein gerahmtes Porträt einer Person mit kurzen Haaren, die einen blauen Anzug und ein weißes Hemd trägt, vor einem unscharfen Hintergrund. Der Rahmen ist golden mit einem strukturierten Rand.

Herr Hart, Sie behaupten, Pythia könnte Trends zuverlässig erkennen und sei der klassischen Marktforschung insofern überlegen. Ich freue mich auf Ihre Begründung …

Das liegt in der Natur der Sache. Wir analysieren Suchdaten — an ihnen kommt kein Trend vorbei. Pythia analysiert und strukturiert Informationen, die Konsumenten auf Suchmaschinen und Online-Marketplaces eingeben. Die Datenströme dieser Suchen führen zu Ziel-Keywords, welche sehr verlässliche Trend-Prognosen liefern können.

Wie funktioniert Pythia technisch? Können Sie dies für IT-Laien verständlich darstellen?

Einfach gesagt: Unsere künstliche Intelligenz Pythia bekommt eine Menge Google-Suchdaten zum Anschauen, inklusive der bisherigen Entwicklung von Suchwörtern. Unter anderem befinden sich darin viele Trends, die gekommen und gegangen sind. Pythia lernt daraus, wie ein Trend entsteht. Inzwischen ist sie trainiert, Trends früh zu erkennen, weil sie weiß, worauf sie achten muss. So kann Pythia jedem Suchwort eine Prognose geben. Die gesuchten Begriffe mit den besten Aussichten nennen wir Trends.

Wie sieht der direkte Vergleich zwischen Pythia und den jeweiligen Marktexperten aus Fleisch und Blut aus?

Wir sehen uns als systematische Ergänzung zu Experten. Das menschliche Gefühl für den Markt, mit dem gänzlich neue Trends erschaffen werden, können wir nicht ersetzen. Wir sehen uns als Radar.

Wie sieht die bisherige Erfolgsgeschichte von Pythia kurz zusammengefasst aus?

Wir sind im Bereich Drogeriemarkt als Pilotprojekt gestartet und dort beruhen nun bereits über 40 Prozent der Regalflächen auf Pythias Auswertungen. Eines der meistverkauften Produkte im Rossmann-Onlineshop ist zum Beispiel aus unserer Empfehlung entstanden — und dieses Produkt läuft auch in den Filialen bombastisch.

Wie funktioniert die Nutzung von Pythia aus Kundensicht konkret?

Könnten Sie mir das an einem praktischen Beispiel erläutern? Jeden Monat erhalten unsere Kunden einen Bericht mit den neuesten, stärksten Trends der jeweiligen Branche. Für einen großen Hemdenhersteller haben wir so beispielsweise die gesamte Themen-Pipeline für SEO-Artikel im Onlineshop errichtet. Mit dieser Auswertung erhält der Kunde jeden Monat die relevantesten Themenvorschläge für seine Artikel.

Sie haben eben die Drogeriekette Rossmann erwähnt. Pythia hat bei Rossmann offensichtlich Eindruck gemacht. Wie ist der Kontakt entstanden und was ist daraus geworden?

Wir haben zunächst sehr erfolgreich selbst Produkte mit Erkenntnissen aus Pythia hergestellt. Damit haben wir die Aufmerksamkeit von Herrn Rossmann erhalten. Daraus ist eine wundervolle Großunternehmer-Startup-Partnerschaft entstanden. Die beeindruckende Geschichte von Rossmann inspiriert uns auch zum Wachstum.

Wie will Pythia weitermachen, was sind die nächsten Schritte?

Wir arbeiten stark daran, immer mehr Daten in unsere Prognosen einzubringen.

Herr Hart, vielen Dank für das Gespräch.

Auf der linken Seite des Bildes ist ein Mann mit kurzen dunklen Haaren zu sehen, der einen dunklen Blazer und ein hellblaues Hemd trägt. Der Hintergrund ist grün, mit dem Text „Markus Matt Chefredakteur LOHN+GEHALT“ in weißer Schrift.

 

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