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Ausbildungsmarkt neu vermessen : BIBB definiert 52 funktionale Ausbildungsregionen

Kurz notiertMagazin
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Der Ausbildungsmarkt in Deutschland wird künftig differenzierter betrachtet: Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat mit einem aktuellen Report erstmals eine bundesweit einheitliche Raumgliederung für die duale Ausbildung vorgelegt. Grundlage sind seit 2021 verfügbare Daten zu Wohn- und Ausbildungsorten von Auszubildenden, die eine kleinräumige Analyse tatsächlicher Mobilitätsbewegungen ermöglichen.

Im Ergebnis wurden 52 sogenannte Ausbildungsmarktregionen identifiziert, die nicht administrativen Grenzen folgen, sondern reale Pendel- und Suchräume abbilden. Zentrale Erkenntnis: Der Ausbildungsmarkt ist stark regional geprägt. Bei 92,1 Prozent der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge liegen Wohnort und Ausbildungsbetrieb innerhalb derselben Region. Die Mobilität von Auszubildenden ist damit deutlich geringer als häufig angenommen.

Die neue Systematik bietet gegenüber bisherigen Auswertungen auf Basis von Kreisen oder Arbeitsagenturbezirken einen erheblichen Mehrwert. Insbesondere Passungsprobleme – etwa zwischen unbesetzten Ausbildungsplätzen und suchenden Jugendlichen, lassen sich präziser analysieren, da regionale Verzerrungen reduziert werden. Gleichzeitig zeigen Vergleiche mit den Arbeitsmarktregionen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), dass Ausbildungs- und Arbeitsmärkte zwar strukturelle Ähnlichkeiten aufweisen, aber nicht deckungsgleich sind. In einigen Fällen werden große Arbeitsmarkträume im Ausbildungsbereich weiter unterteilt, während sich in anderen Regionen mehrere Arbeitsmärkte zu einem gemeinsamen Ausbildungsraum verbinden.

Für die betriebliche Praxis ist die Erkenntnis klar: Die Rekrutierung von Auszubildenden erfolgt überwiegend im regionalen Umfeld. Fachkräfteengpässe im Ausbildungsbereich sind daher häufig kein generelles, sondern ein regionales Matching-Problem.

Maßnahmen zur Fachkräftesicherung, etwa Ausbildungsmarketing, Kooperationen mit Schulen oder Mobilitätsangebote, müssen entsprechend stärker regional ausgerichtet werden.

Die neue Raumgliederung stellt damit nicht nur ein analytisches Instrument für Forschung und Politik dar, sondern liefert auch für Unternehmen eine fundierte Grundlage, um ihre Ausbildungsstrategien gezielter an den tatsächlichen Marktgegebenheiten auszurichten.

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