Arbeitskosten in Europa : Kostenanstieg im Euroraum verlangsamt sich
Der Anstieg der Arbeitskosten im Euroraum hat sich im zweiten Quartal 2026 leicht verlangsamt. In Deutschland erhöhten sich die Arbeitskosten um 3,0 Prozent, wobei die Lohnnebenkosten stärker zunahmen als die Lohn- und Gehaltskosten.
Die Arbeitskosten je Stunde sind im zweiten Quartal 2026 im Euroraum um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen. Für die gesamte Europäische Union meldet Eurostat einen Zuwachs von 3,2 Prozent. Damit hat sich der Anstieg etwas abgeschwächt: Im ersten Quartal lagen die Veränderungsraten noch bei 3,3 Prozent im Euroraum und 3,5 Prozent in der EU.
In Deutschland erhöhten sich die Arbeitskosten um 3,0 Prozent. Dabei entwickelten sich die einzelnen Bestandteile unterschiedlich: Während die Lohn- und Gehaltskosten je Stunde um 2,9 Prozent zunahmen, stiegen die Lohnnebenkosten um 3,3 Prozent. Deutschland lag damit beim Gesamtanstieg leicht unter dem europäischen Durchschnitt.
Auch zwischen den Wirtschaftsbereichen zeigen sich Unterschiede. Im Euroraum verzeichnete das Baugewerbe mit 3,9 Prozent einen stärkeren Zuwachs als der Dienstleistungsbereich mit 3,0 Prozent und die Industrie mit 2,9 Prozent. EU-weitergibt sich ein ähnliches Bild: Hier stiegen die Arbeitskosten im Baugewerbe ebenfalls um 3,9 Prozent, beiden Dienstleistungen um 3,1 Prozent und in der Industrie um 3,0 Prozent.
Für die betriebliche Personalkostenplanung verdeutlichen die Zahlen, dass neben der Vergütungsentwicklung auch die Lohnnebenkosten berücksichtigt werden müssen. Die Statistik erfasst nominale Kosten je Arbeitsstunde. Sie bildet weder die individuelle Gehaltsentwicklung noch die Veränderung der Kaufkraft einzelner Beschäftigter ab.

