Entgelttransparenz: Abwarten ist keine Strategie

Die Umsetzungsfrist der EU-Entgelttransparenzrichtlinie ist am 07.06.2026 abgelaufen. Ein deutsches Umsetzungsgesetz liegt bislang jedoch nicht vor. Was auf den ersten Blick wie ein zeitlicher Aufschub wirken mag, führt in der Praxis vor allem zu Unsicherheit.
Denn die fehlende nationale Umsetzung bedeutet keineswegs, dass Unternehmen das Thema vorerst beiseitelegen können. Teile der Richtlinie entfalten bereits heute rechtliche Wirkung. Gleichzeitig berufen sich Beschäftigte und Bewerber zunehmend auf die neuen Transparenzanforderungen. Wer erst tätig wird, wenn der deutsche Gesetzgeber seine Arbeit abgeschlossen hat, dürfte deshalb wertvolle Zeit verlieren.
Schließlich lassen sich transparente und rechtssichere Vergütungsstrukturen nicht innerhalb weniger Wochen schaffen. Vergleichsgruppen müssen gebildet, Tätigkeiten bewertet, Entgeltunterschiede analysiert und objektive Kriterien nachvollziehbar dokumentiert werden. Hinzu kommen Berichtspflichten, Auskunftsansprüche sowie neue Anforderungen im Bewerbungsverfahren. Gerade historisch gewachsene Gehaltsstrukturen können dabei erhebliche Herausforderungen mit sich bringen.
Mit zwei aufeinander abgestimmten Online-Kompaktkursen unterstützen wir Sie dabei, das Thema systematisch anzugehen.
Im ersten, 120-minütigen Kompaktkurs erhalten Sie einen fundierten und praxisnahen Einstieg in die EU-Entgelttransparenzrichtlinie. Dr. Michaela Felisiak und Dr. Dominik Sorber – Hosts des Podcasts „Fair Pay“ und Initiatoren des Deutschen Entgelttransparenztags – erläutern, wen die Richtlinie betrifft, welche Pflichten auf Unternehmen zukommen und was bereits heute gilt. Behandelt werden unter anderem die Transparenz im Bewerbungsverfahren, Auskunfts- und Berichtspflichten, die Bewertung gleicher und gleichwertiger Arbeit sowie drohende Sanktionen wie Beweislastumkehr, Schadensersatz und Reputationsschäden.
Anmeldung: https://www.datakontext.com/entgeltabrechnung/schulungen/einstieg-in-das-thema-entgelttransparenzrichtlinie/sw11499.1?utm_source=lug&utm_medium=news
Der zweite Online-Kompaktkurs richtet den Blick auf die praktische Umsetzung. Anhand konkreter Fälle zeigen die Referenten, wie Unternehmen von der ersten Bestandsaufnahme über die Bildung geeigneter Vergleichsgruppen bis hin zu einem belastbaren Vergütungssystem gelangen. Dabei geht es auch um Arbeitsbewertungsverfahren, die Rechtfertigung von Entgeltunterschieden, den Umgang mit Altfällen, die Einbindung von Betriebsrat und Führungskräften sowie die richtige Priorisierung der nächsten Schritte.
Anmeldung: https://www.datakontext.com/entgeltabrechnung/schulungen/lohnsteuer/entgelttransparenzrichtlinie-umsetzen-umsetzungsstrategien-in-der-praxis/sw11497.1?utm_source=lug&utm_medium=news
Der Umsetzungskurs baut auf dem Einstiegskurs auf, kann jedoch auch eigenständig besucht werden. Die wesentlichen rechtlichen Grundlagen werden zu Beginn kompakt zusammengefasst.
Beide Veranstaltungen richten sich insbesondere an HR- und Vergütungsverantwortliche sowie an Fach- und Führungskräfte aus Entgeltabrechnung, Arbeitsrecht, Legal und Compliance. Kurz gesagt: an alle, die Vergütungsstrukturen künftig nicht nur erklären, sondern auch rechtssicher begründen müssen.
Die Erfahrung zeigt: Gute Vorbereitung braucht Zeit. Nutzen Sie daher die verbleibende Phase nicht zum Abwarten, sondern zum strukturierten Aufbau tragfähiger Prozesse. Denn eines ist schon heute sicher: Die Entgelttransparenz wird kommen und sie wird die betriebliche Vergütungspraxis nachhaltig verändern.

