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Zinssatz beim Finanzamt sinkt

Der Zinssatz bei Steuernachzahlungen und -erstattungen gemäß § 233a AO soll zukünftig 1,8% im Jahr (0,15% pro Monat) statt 6 % im Jahr betragen. Die Bundesregierung hat am 02.05.2022 ihren Gesetzentwurf dazu in den Bundestag eingebracht. Die Neuregelung dient der Umsetzung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 08.072021 (1 BvR 2237/14 und 1 BvR 2422/17).

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Der Zinssatz bei Steuernachzahlungen und -erstattungen gemäß § 233a AO soll zukünftig 1,8% im Jahr (0,15% pro Monat) statt 6 % im Jahr betragen. Die Bundesregierung hat am 02.05.2022 ihren Gesetzentwurf dazu in den Bundestag eingebracht. Die Neuregelung dient der Umsetzung einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 08.072021 (1 BvR 2237/14 und 1 BvR 2422/17). 

Mit der Neuregelung werde den Forderungen des BVerfG Rechnung getragen, den Zinssatz für diese Zinsen ab dem 01.01.2019 rückwirkend verfassungskonform auszugestalten, heißt es in dem Entwurf eines Zweiten Gesetzes zur Änderung der Abgabenordnung und des Einführungsgesetzes zur Abgabenordnung (BT-Drs. 20/1633). Der Zinssatz betrug bisher 6 % im Jahr. Die neue Regelung gewährleiste Rechts- und Planungssicherheit für Bürger, Unternehmen und Finanzbehörden und sei einfach in der praktischen Anwendung. Bei sehr häufigen Zinssatzänderungen würde die Verständlichkeit von Zinsbescheiden erheblich vermindert, heißt es in der Begründung des Gesetzentwurfs. 

Wie es in dem Gesetzentwurf weiter heißt, soll die Angemessenheit des neuen Zinssatzes von 0,15 % pro Monat beziehungsweise von 1,8 % pro Jahr alle drei Jahre mit Wirkung für nachfolgende Verzinsungszeiträume evaluiert werden. Die erste Evaluierung soll zum 01.01.2026 erfolgen. 

Die Bundesregierung erläutert auch, warum sie die Verzinsung nicht völlig abschafft. Davon würden vor allem solche Steuerpflichtige profitieren, die unvollständige und unrichtige Steuererklärung abgeben oder den Abschluss von Betriebsprüfungen hinauszögern würden. Als weiteres Argument wird genannt, dass die Wiedereinführung einer Vollverzinsung bei steigendem Zinsniveau mit erheblichem Verwaltungsaufwand verbunden wäre. 

 

 

Foto: © Adobe Stock/Monster Ztudio

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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