EU-Arbeitsmobilität : Vorläufige Trilog-Einigung zur Reform der sozialen Sicherung
Am 22.04.2026 haben sich Europäische Kommission, Rat der Europäischen Union und Europäisches Parlament im Trilog-Verfahren auf eine vorläufige Einigung zur Überarbeitung der Koordinierung der sozialen Sicherungssysteme verständigt. Betroffen sind insbesondere die Verordnung (EG) Nr. 883/2004 sowie die Verordnung (EG) Nr. 987/2009.
Der finale Rechtstext liegt noch nicht vor. Die politische Einigung muss noch formell durch den Rat und das Plenum des Europäischen Parlaments bestätigt werden.
Nach derzeitigem Stand der Verhandlungen sind insbesondere folgende Maßnahmen vorgesehen:
- Ausnahmen von der Vorabmeldepflicht bei kurzfristigen grenzüberschreitenden Tätigkeiten (bis zu drei Tagen),
- Einführung einer Notfallregelung für unvorhergesehene Einsätze,
- Möglichkeit, die Eingangsbestätigung eines A1-Antrags als vorläufigen Nachweis zu verwenden,
- EU-weite Standardisierung des A1- Formulars als Grundlage für eine weitergehende Digitalisierung.
Der Bausektor soll von einzelnen Erleichterungen weitgehend ausgenommen bleiben.
Darüber hinaus wurden neue Regelungen zum Export von Arbeitslosengeldleistungen zwischen den Mitgliedstaaten konsentiert. Ziel ist eine verbesserte Koordinierung und Unterstützung der grenzüberschreitenden Arbeitsmobilität innerhalb des Binnenmarktes.
Mit der vorläufigen Trilog-Einigung wird ein seit Jahren verhandeltes Reformvorhaben entscheidend vorangebracht. Die Einigung gilt als politischer Meilenstein nach langjährigen Verhandlungen.
Im nächsten Schritt ist die formelle Annahme durch die Mitgliedstaaten im Rat sowie durch das Europäische Parlament erforderlich. Erst mit Veröffentlichung des finalen Rechtstextes werden die konkreten Detailregelungen verbindlich feststehen.
Aus Sicht der Praxis sind insbesondere Vereinfachungen bei kurzfristigen Entsendungen sowie Fortschritte bei der Standardisierung und Digitalisierung der Verfahren zu erwarten. Gleichzeitig bleibt die Komplexität grenzüberschreitender Beschäftigungssysteme weiterhin hoch.

