Keine Entspannung : Arbeitsmarkt bleibt unter Druck
Mehr als drei Millionen Arbeitslose und eine rückläufige Beschäftigung prägen den Arbeitsmarkt im Sommer 2026. Gleichzeitig wird Kurzarbeit deutlich weniger genutzt als noch vor einem Jahr.
Der deutsche Arbeitsmarkt zeigt auch im Juli 2026 kaum Anzeichen einer nachhaltigen Erholung. Zwar ist der deutliche Anstieg der Arbeitslosigkeit gegenüber Juni wesentlich durch saisonale Effekte geprägt. Saisonbereinigt bleibt die Entwicklung jedoch ebenfalls schwach.
Auffällig ist insbesondere die Verschiebung innerhalb der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung. Während die Zahl der Teilzeitbeschäftigten weiter wächst, geht die Vollzeitbeschäftigung zurück. Nach Angaben der BA wächst seit Anfang 2024 ausschließlich die Teilzeitbeschäftigung.
Kennzahl | Aktueller Stand | Veränderung |
|---|---|---|
Arbeitslose, Juli | 3,01 Mio. | +28.000 zum Vorjahr |
Arbeitslosenquote | 6,4 % | +0,1 Prozentpunkte zum Vorjahr |
sozialversicherungspflichtig | 34,83 Mio. | –69.000 zum Vorjahr |
Vollzeitbeschäftigte, Mai | 23,84 Mio. | –230.000 zum Vorjahr |
Teilzeitbeschäftigte, Mai | 10,99 Mio. | +160.000 zum Vorjahr |
Konjunkturelle Kurzarbeit, | 126.000 rund | – 100.000 zum Vorjahr |
Auch die Nachfrage nach Arbeitskräften bleibt verhalten. Im Juli waren 653.000 Stellen bei der BA gemeldet. Der BA-Stellenindex BA-X verharrte bei 103 Punkten und signalisiert weiterhin eine schwache Personalnachfrage.
Entspannung zeigt sich dagegen bei der Kurzarbeit: Im Mai erhielten rund 126.000 Beschäftigte konjunkturelles Kurzarbeitergeld. Das waren rund 100.000 weniger als ein Jahr zuvor.
Für Unternehmen und HR bleibt das Bild damit gemischt: Der Beschäftigungsaufbau verliert an Dynamik, insbesondere Vollzeitstellen stehen unter Druck. Zugleich wird Kurzarbeit deutlich weniger genutzt als im Vorjahr.

